Nr. 27 vom 26.6.2015

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Standpunkt

Regional statt global

Bei der ersten Feier des neu eingeführten Gedenktags für die Opfer von Flucht und Vertreibung forderte Joachim Gauck die Deutschen auf, mehr Asylbewerber aufzunehmen und zu integrieren. Gauck lässt den großen Unterschied zwischen den vertriebenen Deutschen, die in der Nachkriegszeit im verbleibenden deutschen Siedlungsgebiet Aufnahme fanden, und heutigen Migranten, die eine Reihe von Staaten durchqueren, um nach Deutschland oder Schweden zu gelangen, außer Acht, obwohl er ihn im Verlauf seiner Rede erwähnte – nämlich dass es sich damals „um Landsleute handelte, die in derselben Kultur verankert und Teil derselben nationalen Geschichte waren“. Die meisten von ihnen waren zudem deutsche Staatsangehörige, so dass sie ohnehin in jedem deutschen Land nach dem seit 1871 geltenden Staatsrecht („gemeinsames Indigenat“) Heimatrecht besaßen.

Wenn Gauck das Gedenken an die Vertreibung der Deutschen mit einer politischen Forderung verbinden wollte, hätte sie lauten müssen, dass die Regionen, in denen heute Migrationsbewegungen entstehen, mehr für ihre Landsleute und Nachbarn tun müssen. Die Arabische Liga mit ihren 22 Staaten und einer Bevölkerung von 400 Millionen Menschen zum Beispiel kann aus dem deutschen Geschehen der Nachkriegszeit eine Lehre ziehen. Besonders Saudi-Arabien sollte sich daran ein Beispiel nehmen. Auch Afrika kann viele Ressourcen mobilisieren, um seine Söhne im Lande zu halten.

Bernd Lucke hat das, was die Deutschen in diesem Zusammenhang wirklich tun können und auch bereitwillig tun wollen, im Oktober 2014 auf den Punkt gebracht: „Am dringendsten und am besten ist der Einsatz vor Ort zur Unterstützung von Zufluchtsländern innerhalb der Region.“ Wenn es in Dänemark einen Bürgerkrieg gäbe, so argumentierte Lucke, wäre es auch „eine Schnapsidee, die Dänen ins reiche Saudi-Arabien zu schicken. Man muss schon darauf achten, wo die Menschen hinpassen und wo sie baldmöglichst wieder Fuß fassen.“

B. Schreiber

Einige der aktuellen Themen in der Ausgabe vom 26. Juni 2015

EUROPA VERTEIDIGT SEINE KINDER

„Nein zu Gender in der Schule! Ja zur natürlichen Familie!“ Unter Transparenten wie diesem versammelten sich am 20. Juni 2015 in Rom eine Million Menschen. Tags darauf gingen in Stuttgart nach dem Vorbild der französischen „Demo für alle“ Tausende gegen den grün-roten „Bildungsplan“ zur Vermittlung „sexueller Vielfalt“ an Schulen auf die Straße.

VOR SCHULDEN- UND TRANSFERUNION?

Der Europäische Gerichtshof hat der Europäischen Zentralbank einen Quasi-Freibrief für den unbeschränkten Ankauf von Staatsanleihen angeschlagener Euro-Staaten ausgestellt. Das Bundesverfassungsgericht wird reagieren müssen, will es weiterhin oberste Instanz zur Wahrung des Grundgesetzes sein.

UNGARNS STANDPUNKT

Wegen des anhaltenden Zustroms von Asylbewerbern hat die ungarische Regierung ihrer Ankündigung gemäß die etwa 175 Kilometer lange Grenze zum benachbarten Serbien geschlossen. Wie Ministerpräsident Viktor Orbán diesen Schritt rechtfertigt und mit den Reaktionen darauf umgeht.

BURMA: WER ZÜNDELT DA?

Was verspricht sich Washington von der Destabilisierung Burmas? Wie Politik auf dem Rücken der Rohingya-Bootsflüchtlinge betrieben wird und warum, analyisiert Dr. Bernhard Tomaschitz.

KEIN FRIEDE AUF ERDEN

Der „Global Peace Index“ stellt die friedlichsten und die am wenigsten friedlichen Länder der Welt vor. Große Überraschungen gibt es dabei nicht (auf Platz 1: Island, auf dem letzten Platz: Syrien), wohl aber zeigt die Studie dort Schwächen, wo es gilt, die Ursachen der Krisenherde ausfindig zu machen.

KAMPAGNEN-JOURNALISMUS

Zu einer dreijährigen Jugendstrafe ist in der vergangenen Woche der Tuğçe-Schläger verurteilt worden. Der zuständige Richter sprach bei der Urteilsverkündung bemerkenswerte Worte.

„SAATFRÜCHTE SOLLEN NICHT VERMAHLEN WERDEN“

Käthe Kollwitz (1867 – 1945) hinterließ ein bedeutsames Vermächtnis: „‚Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden.’ – Diese Forderung ist wie ‚Nie wieder Krieg’ kein sehnsüchtiger Wunsch, sondern Gebot.“ Das Goethe-Zitat beschäftigte sie intensiv, seit ihr Sohn Peter 1914 gefallen war. 1941 thematisierte sie das Opfer der Jugend und das Leid der Mütter im Krieg noch einmal in einer ihrer letzten Lithographien.

HERR DER AFFEN

Maler, Darwinist, Okkultist: Gabriel von Max hatte viele Gesichter. Wir erinnern an einen der wichtigsten deutschen Maler der Gründerzeit, der heute fast in Vergessenheit geraten ist. Zu Unrecht, wie sein großes Werk zwischen morbider Schönheit und ironisch-kritischen Affenporträts beweist.

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Nr. 26 vom 19.6.2015

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Standpunkt

Napoleons letzte Schlacht

Waterloo, 18. Juni 1815. Die einbrechende Nacht rettet Napoleon zunächst noch die Freiheit. Aber der da vor zweihundert Jahren fluchtartig das Schlachtfeld verlässt, um seiner Gefangennahme zu entgehen, ist kein Kaiser mehr.

Bei der Interpretation der Schlacht gab der französische Dichter Victor Hugo in seinem 1862 erschienenen Roman „Die Elenden“ die Tonart vor: „Bewahren wir also auf beiden Seiten, wenn wir auf Waterloo zu sprechen kommen, hübsch unsere Ruhe. Geben wir dem Zufall, was des Zufalls, und Gott, was Gottes ist: Bei Waterloo erkämpften die Verbündeten nicht einen Sieg, sondern hatten einen glücklichen Treffer, den Frankreich bezahlen musste.“

Stefan Zweig hat dieses Thema in seiner historischen Miniatur „Die Weltminute von Waterloo“ weiter zugespitzt. Er beschrieb das Geschehen so: „Zwischen Tanz, Liebschaften, Intrigen und Streit des Wiener Kongresses fährt als schmetternde Kanonenkugel sausend die Nachricht, Napoleon, der gefesselte Löwe, sei ausgebrochen aus seinem Käfig in Elba; und schon jagen andere Stafetten nach; er hat Lyon erobert, er hat den König verjagt, die Truppen gehen mit fanatischen Fahnen zu ihm über, er ist in Paris.“ Ein englisches, ein preußisches, ein österreichisches, ein russisches Heer wird aufgeboten, endgültig den Usurpator niederzuschmettern.

Am 16. Juni 1815 rennen die Spitzen der Armee Napoleons bei Ligny gegen die Preußen an und werfen sie zunächst zurück. „Nun holt Napoleon aus zum zweiten Schlage, gegen Wellington. Er darf nicht Atem holen, nicht Atem lassen, denn jeder Tag bringt dem Gegner Verstärkung, und das Land hinter ihm, das ausgeblutete, unruhige französische Volk muss berauscht werden mit dem feurigen Fusel der Siegesbulletins.“

Schon bei dieser Schilderung Zweigs wird deutlich, dass es mit dem Zufall nicht so weit her war. Natürlich hätte Napoleon mit mehr Glück seine Herrschaft noch etwas verlängern können. Aber er ist Opfer dessen geworden, was der ehemalige Gorbatschow-Berater Professor Wjatscheslaw Daschitschew den „hegemonialen Rückschlag“ nennt. Der Möchtegern-Vorherrscher bringt eine so große Gegenkoalition gegen sich auf, dass er ihr schlussendlich erliegt. Und Fehler, die im Kriege unvermeidlich sind, wirken sich in dieser Situation tödlich aus.

Um zu verhindern, dass die Armee Blüchers sich mit jener Wellingtons vereinigt, spaltet Napoleon einen Teil seiner Armee ab. Den Befehl darüber übergibt er dem mittelmäßigen Marschall Grouchy. Doch an dieser Fehlbesetzung ist ebenfalls die maßlose Überdehnung schuld, die Napoleon auch Frankreich in dem vorangegangenen Jahrzehnt bis hin zum Russlandfeldzug 1812 zugemutet hatte. „Die Hälfte der Marschälle Napoleons“, schreibt Zweig, „liegt unter der Erde, die andern sind verdrossen auf ihren Gütern geblieben, müde des unablässigen Biwaks.“

Der Morgen von Waterloo: „Von elf bis ein Uhr stürmen die französischen Regimenter die Höhen, nehmen Dörfer und Stellungen, werden wieder verjagt, stürmen wieder empor. Schon bedecken zehntausend Tote die lehmigen, nassen Hügel des leeren Landes, und noch nichts ist erreicht als Erschöpfung hüben und drüben. Beide Heere sind ermüdet, beide Feldherren beunruhigt. Beide wissen, dass dem der Sieg gehört, der zuerst Verstärkung empfängt, Wellington von Blücher, Napoleon von Grouchy.“

Napoleon wartet vergebens, Grouchy ist befehlsgemäß am 17. Juni abends aufgebrochen und folgt in der vorgeschriebenen Richtung den Preußen: „Da plötzlich, gerade als der Marschall in einem Bauernhaus ein rasches Frühstück nimmt, schüttert leise der Boden unter ihren Füßen. Sie horchen auf. Wieder und wieder rollt dumpf und schon verlöschend der Ton heran: Kanonen sind das, feuernde Batterien von ferne, doch nicht gar zu ferne, höchstens drei Stunden weit. Ein paar Offiziere werfen sich nach Indianerart auf die Erde, um deutlich die Richtung zu erlauschen. Stetig und dumpf dröhnt dieser ferne Schall. Es ist die Kanonade von Saint-Jean, der Beginn von Waterloo. Grouchy hält Rat. Heiß und feurig verlangt Gérard, sein Unterbefehlshaber, ‚il faut marcher au canon’, rasch hin in die Richtung des Geschützfeuers!“ Grouchy wird unsicher, aber er beschließt, nicht abzuweichen vom Befehl des Kaisers. Statt des französischen Marschalls greift die Armee des preußischen Generals von Blücher ein.

Napoleon musste endgültig die Waffen strecken. Bewirkt hatte das der Widerstand gegen die napoleonische Fremdherrschaft, der in vielen Teilen Europas immer stärker geworden war.

KD

Einige der aktuellen Themen in der Ausgabe vom 19. Juni 2015

„WIR WISSEN GAR NICHTS“

Bei der Unterbringung von Asylbewerbern an Schulen, konkret: in deren Turnhallen, sorgt nach unseren Recherchen keine Stelle dafür, dass dort nur Personen einquartiert werden, deren Identität feststeht und die eine überprüfbare Vorgeschichte habe. Wären hier nicht Sorgfalt und Sensibilität angebracht?

BÜNDNISPARTNER?

In der neuen Spezialausgabe des Magazins „Compact“, die ab 25. Juni unter dem Titel „Ami go home“ erhältlich ist, beleuchtet die Mannschaft um Chefredakteur Jürgen Elsässer die Rolle der USA in der Bundesrepublik. Was findet man in dem Heft und was nicht?

WIRD VON DER LEYEN NÄCHSTE KANZLERIN?

Mit Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen nahm erneut ein hochrangiges Mitglied der Bundesregierung am Bilderberg-Treffen teil. Kanzlermacher Bilderberger? Es gibt Anzeichen, dass da etwas dran ist …

ARMUT DARF KEINE OPTION SEIN

Gaza leidet unter der hohen Arbeitslosigkeit, den Kriegsfolgen und geschlossenen Grenzen. Nicht nur die wirtschaftlichen Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Auch darum kann dort niemand den ersten Jahrestag der Errichtung der Konsensregierung feiern. Eine Reportage von Mohammed Omer.

WIE HALTET IHR’S MIT DER NATO?

In der Bundesrepublik Deutschland hat die Skepsis gegenüber der Nato einen neuen Höhepunkt erreicht. Das geht aus einer Erhebung des US-amerikanischen Pew-Instituts hervor. Wie sieht die Stimmungslage in anderen Ländern aus? Wir stellen Zahlen und Erkenntnisse vor.

BLATTER: NACHTRETEN ERLAUBT

Nach der Ankündigung des Rücktritts von Sepp Blatter als Fifa-Präsident trauen sich einstige Weggefährten des Schweizers nun aus der Deckung, um ihn zu attackieren. Die Umstände, die Blatter zu Fall brachten, sind weiterhin nebulös. Was sich hinter den Kulissen abgespielt haben könnte.

AUS DER ZEIT GEFALLEN?

Der Dichter, Musiker und Maler Uwe Nolte wird vom Feuilleton meist übergangen, weil sein Werk sich nicht dem vorgegebenen Zeitgeschmack anpasst, sich nicht „nach dem Markt richtet“. Doch auch sein jüngster Gedichtband „Wilder Kaiser“ zeigt ihn als Ausnahmeerscheinung. Ein Porträt.

SEHNSUCHTSLAND ITALIEN

„Pathos und Idylle“: Die Neue Pinakothek in München besitzt eine Vielzahl an Werken, die Italien als romantisches Sehnsuchtsmotiv der Deutschen inszenieren. Dazu gehören als Dauerleihgabe aus der Sammlung Dietmar Siegerts frühe Fotografien, entstanden zwischen 1846 und 1900. Eine Ausstellung bietet nun erstmals Einblick in den Reichtum dieser Kollektion und zeigt die Fotos in Kombination mit Gemälden großer Meister.

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Nr. 25 vom 12.6.2015

National-Zeitung Ausgabe 25/2015 vom 12. Juni 2015

Standpunkt

Hilfreich und gut

Von Winnetou wissen wir, dass man auch den niederträchtigsten Verbrecher „vor ein ordentliches Gericht“ stellt, dass man das Wehrlose schützen und das Unschuldige verteidigen muss und dass treue Freundschaft dazu befähigt, zum Äußersten zu gehen: sein Leben für den anderen zu geben. Rollins’ Kugel hatte eigentlich Old Shatterhand gegolten.

Winnetou ist von uns gegangen, man ist versucht zu sagen: diesmal ist es „der echte“. Pierre Brice ist gestorben. Für immer wird Karl Mays edler Apachenhäuptling aussehen wie der Bretone, der wegen seiner zu großen Ähnlichkeit mit Alain Delon in Frankreich nicht auf Erfolg hoffen konnte, aber im zweiten Nachkriegsjahrzehnt „Deutschland erobert hat“ (so die bretonische Tageszeitung „Le Télégramme“ zu seinem Tod).

Geboren am 6. Februar 1929 als Pierre-Louis de Bris in Brest folgte er 1945 der Familientradition und ging an die Marineakademie École des Mousses. In Algerien absolvierte er eine zweijährige Ausbildung zum Kampftaucher und Fallschirmspringer. Doch nach Einsätzen in Indochina und in Vietnam schied Brice 1951 aus der Armee aus. In Paris nahm er Schauspielunterricht bei dem aus Russland stammenden Theater- und Filmschauspieler Gregori Chmara. 1962 reiste er als Hauptdarsteller des spanischen Kriminalfilms „Los Atracadores“ zur „Berlinale“. Horst Wendlandt fand hier seinen Winnetou. In Deutschland erlebte Pierre Brice als Schauspieler seinen Durchbruch.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges waren er, seine Mutter und seine Schwester nach Lesneven, ein kleiner Ort nordöstlich von Brest, gezogen. Die erste Begegnung des damals 11-Jährigen mit den Deutschen gestaltete sich so: „Die beiden Soldaten sind in unser Haus [die Gaststätte seiner Tante] gekommen. Ihr erstes Wort war: Bier. Nur: Bier. Kein Bitte, s’il vous plaît – gar nichts. Und nachdem sie das Bier getrunken hatten, fragten sie: Wie viel macht das? Da waren wir dann alle allerdings erstaunt. Wir dachten, sie würden trinken, ohne zu bezahlen.“

Noch während des Krieges verliebte sich der junge Pierre in eine Deutsche. „Obwohl sie ‚nur’ eine Übersetzerin war, trug sie einen Uniformrock. Unsere Liebe musste geheim bleiben“, erzählte er in einem seiner letzten Interviews. Schon vor einigen Jahren hatte Pierre Brice über seine Erlebnisse bei Kriegsende berichtet: „Ich sah, wie Widerständler deutsche Gefangene verschleppten, darunter auch Frauen, Wehrmachthelferinnen. In der Menge habe ich eine Deutsche entdeckt, die ein paar Monate zuvor meine erste große Liebe war. Mir stockte der Atem. Ein Franzose wollte sie gerade wegbringen und vergewaltigen. Da nahm ich mein Gewehr und schlug ihn. Er sank ohnmächtig zu Boden.“ Die junge Frau brachte Pierre zu sich nach Hause, sein Vater, der – mit den Worten des Munzinger-Archivs – in der Résistance „regional eine maßgebliche Rolle spielte“, verhalf ihr dann zur Flucht.

Eine andere Episode: Mit 16 Jahren ist Pierre Brice Teil eines Räumkommandos in Rennes. Plötzlich sieht er einen Deutschen, wenig älter als er selbst, der erschrocken die Hände hebt. Ohne lange nachzudenken, reißt er ihn aus der Uniform und kleidet ihn in unauffällige Lumpen. Die heranrückenden Amerikaner werden den jungen Soldaten nicht entdecken. Das hätte Winnetou auch getan. „Wir standen uns gegenüber und ich sagte nur zu ihm: ‚Camerade!’ Und der Junge antwortete: ‚Kamerad!’“

Von Winnetou, der Pierre Brice war, konnte man lernen, wie der Mensch edel, hilfreich und gut sein kann.

Amelie Winther

Einige der aktuellen Themen in der Ausgabe vom 12. Juni 2015

„PLAN FÜR DIE WELT“

Mächtige aus Politik, Wirtschaft und Finanzwelt versammeln sich im „Interalpen-Hotel Tyrol“ in Buchen bei Telfs zum Bilderberg-Treffen. Im Umkreis von 50 Kilometern sichern Tausende Beamte die Begegnung ab. Was wird dort besprochen? Wer nimmt teil? Und wie viel Einfluss hat das auf unser Leben?

SO UNBEQUEM WAR BLATTER

Was immer Sepp Blatter sich im Laufe seiner 17 Jahre währenden Amtszeit an der Spitze des Weltfußballverbandes FIFA zuschulden kommen lassen haben mag, es dürfte nicht der eigentliche Grund sein, warum er plötzlich seinen Hut nehmen musste.

„SPEAK ENGLISH!“

In Düsseldorf hat der Stadtrat einem maßgeblich von der FDP geprägten Antrag zugestimmt, Englisch zur Verkehrssprache der Stadt zu machen. Das geht manchem aber nicht weit genug. Forderungen nach Englisch als zweiter Amtssprache in Deutschland werden laut.

WAHLEN IN SACHSEN

Bei den Landratswahlen in Sachsen hat die CDU zwar ihre Stellung im Freistaat behaupten können, bei Bürgermeisterwahlen aber verlor sie teilweise empfindlich, in Dresden gar dramatisch. Der amtierende Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) wird auch nach dem zweiten Wahlgang am 5. Juli Sachsens Landeshauptstadt regieren.

AUFTRITT SANDER

Von Marx über Springer bis zu den „Staatsbriefen“: Der bemerkenswerte Lebensweg des 1928 geborenen Publizisten Dr. Hans-Dietrich Sander, der dieser Tage eine Rede hielt.

TTIP-PROTESTE

Immer mehr spricht sich herum, dass die geplanten Freihandelsabkommen der EU mit den USA und Kanada rechtsstaatliche Prinzipien und demokratische Mitbestimmung gefährden. Entsprechend groß ist der Widerstand. Die Chancen des Protests.

PKW-MAUT FÜR ALLE?

Wie es aussieht, wird die von der CSU initiierte „Ausländer-Maut“ vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) landen. Ausgang ungewiss. „Inakzeptable Einmischung aus Brüssel“ oder einfach nur Wählertäuschung?

WAGNER VOR DEM AUS

Nach 26 Spielzeiten fällt für das Richard-Wagner-Festival in Wels der letzte Vorhang. Dem Opernspektakel in Oberösterreich fehlen die nötigen Subventionen. Nur noch klein ist die Hoffnung auf eine Wende.

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